Diese Seite befindet sich im Aufbau – demnächst verfügbar.

Impact Radar · KW 23 / 2026

KI-Werkzeuge für den Alltag, Regulierung wird konkret

KI-assistiert · Manuell kuratiert

Durchbruch

Google bringt Sprachsteuerung in E-Mail und Dokumente

Google Workspace erhält eine Sprachsteuerung für Gmail, Docs und Keep sowie ein neues Bildbearbeitungswerkzeug namens Google Pics. Die Sprachfunktion erlaubt das Diktieren und Bearbeiten von Texten direkt in den Anwendungen, ohne zwischen verschiedenen Tools zu wechseln. Für Schweizer KMU ist interessant: Die Funktionen arbeiten innerhalb der bestehenden Microsoft-365-Alternative und erfordern keine zusätzliche Infrastruktur. Die Preisgestaltung folgt dem bekannten Workspace-Abo-Modell.
Schweizer KMU, die bereits Google Workspace nutzen, können die Sprachsteuerung ohne Zusatzkosten testen und so Protokolle, Angebote oder Berichte schneller erstellen.
  • Sprachsteuerung in Google Workspace für zwei Wochen im Tagesgeschäft testen (z.B. Meeting-Protokolle) systeme kompetenzen
  • Zeitersparnis bei Routineaufgaben messen: Wie viel schneller entstehen Dokumente mit Spracheingabe? systeme
Trend

83,5 Prozent der Datenauskünfte unvollständig beantwortet

Eine Auswertung von noyb zeigt: Nur 16,5 Prozent aller Auskunftsanfragen nach DSGVO werden vollständig und korrekt beantwortet. Unternehmen verweigern Auskünfte, liefern unvollständige Daten oder ignorieren Fristen. Die EU-Kommission plant im Omnibus-Paket, das Auskunftsrecht einzuschränken – mit der Begründung, es belaste Unternehmen zu stark. Parallel zeigen mehrere noyb-Verfahren: Microsoft trackt Schüler illegal, LinkedIn sperrt DSGVO-Rechte hinter einer Paywall, TikTok verfolgt Nutzer über Drittanbieter-Apps hinweg. Die Durchsetzungslücke ist gross.
Schweizer KMU sollten ihre eigene Praxis prüfen: Werden Auskunftsanfragen von Kunden oder Mitarbeitenden vollständig und fristgerecht beantwortet? Die nDSG-Meldepflicht gilt seit September 2023.
  • Internen Prozess für Datenauskünfte dokumentieren: Wer ist zuständig, welche Systeme sind betroffen, welche Frist gilt? struktur systeme
  • Testanfrage intern durchspielen: Kann das Unternehmen alle gespeicherten Personendaten einer Anfragenden vollständig liefern? systeme kompetenzen
Reality Check

EU-Vereinfachung ignoriert die Praxis der Unternehmen

Die EU-Kommission präsentiert das Omnibus-Paket als Entlastung für Unternehmen. Eine Befragung von Datenschutzfachleuten zeigt jedoch: Die geplanten Änderungen – etwa die Einschränkung des Auskunftsrechts – treffen nicht die tatsächlichen Probleme in der Praxis. Über 80 Prozent der Befragten sehen keinen echten Nutzen. Stattdessen fehlen klare Leitlinien zu Themen wie Cookie-Bannern, Datenübermittlung in Drittstaaten und KI-Einsatz. Die Vereinfachung ist eine politische Geste, kein Praxiswerkzeug.
Schweizer KMU sollten nicht auf eine regulatorische Entlastung hoffen, sondern ihre bestehenden Prozesse so aufsetzen, dass sie DSGVO und nDSG erfüllen – unabhängig von politischen Ankündigungen.
  • Datenschutz-Checkliste für das eigene Unternehmen erstellen: Welche Systeme verarbeiten Personendaten, wo fehlt Dokumentation? systeme struktur
  • Externe Datenschutzberatung für ein Kurzaudit anfragen (Budget: 2000–5000 CHF für KMU-Erstprüfung) mitarbeitende kompetenzen
Regulatorik

EU verabschiedet Vereinfachung des KI-Gesetzes und verbietet 'Nudification'-Apps

Die EU hat sich auf eine Vereinfachung des AI Act geeinigt. Neu verboten sind sogenannte 'Nudification'-Apps, die Kleidung auf Fotos digital entfernen. Gleichzeitig wurden Erleichterungen für Start-ups und KMU beschlossen – etwa bei der Dokumentationspflicht für Hochrisiko-KI-Systeme. Parallel dazu hat die EU-Kommission Leitlinien zur Klassifizierung von Hochrisiko-KI-Systemen veröffentlicht sowie drei Studien zu technischen Lösungen für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Die Umsetzungsfristen für den AI Act laufen: Bis August 2026 müssen Anbieter von Hochrisiko-Systemen erste Compliance-Schritte nachweisen.
Schweizer KMU, die KI-Systeme einsetzen oder entwickeln, sollten prüfen, ob ihre Anwendungen als Hochrisiko eingestuft werden – etwa bei Personalentscheidungen, Kreditvergabe oder Sicherheitstechnik.
  • Mit der EU-Kommissionsleitlinie prüfen, ob ein eingesetztes KI-System als Hochrisiko gilt systeme kompetenzen
  • Interne Dokumentation für KI-Einsatz anlegen: Welches System, welche Daten, welcher Zweck? systeme struktur

Ein Thema aus dem Radar aufgegriffen?

Sprechen wir darüber.